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Verbrechen – wohin man schaut…

Das New York Journal of Books titelt: Der Thriller des Jahres – die Filmrechte sind verkauft – und jetzt in bei uns Teil 1 der Trilogie in den Buchhandlungen zu haben. Das Netz heißt der Auftakt zur Mimi-Serie von Lilja Sigurdardottir und spielt auf Island.

Sonja, eine junge Mutter, lebt von ihrem Mann getrennt und verdient ihren Lebensunterhalt auf nicht legale Weise. Sonja schmuggelt Kokain. Aber nicht freiwillig. Sie gerät durch die Trennung von ihrem Mann an einen fadenscheinigen Anwalt, der sie reinlegt und jetzt erpresst. Sie soll durch den Schmuggel ihre „Schulden“ abbezahlen mit dem Transport von 1 Kilo pro Flug.

Sonja ist sehr kreativ, was den Schmuggel angeht – sie plant und geht strukturiert vor. Und hat auch schon einen Plan, wie sie aus der Nummer rauskommen will. Denn schließlich macht sie das alles um endlich das Sorgerecht für ihren Sohn Tomas zu bekommen. Der lebt im Moment bei seinem Vater und da so semiglücklich.

Aber Sonja ist so gut, dass sie mehr über die Grenze bringen soll. Und hier bekommt sie erste Einblicke ins Drogenmileu. 

Am Zoll des Flughafens arbeitet Bragi, der kurz vor der Rente steht. Ihm fällt die schicke Frau auf, die sich bei jeder Ankunft sehr unauffällig verhält. Sie ist wohl oft auf Geschäftsreise. Er beginnt Sonja genauer zu beobachten – seine Nase hat ihn noch nie enttäuscht.

Und dann ist noch Agla. Sonja hat ihren Mann betrogen, mit Agla, einer Frau, seiner Kollegin – das ist der Trennungsgrund. Zwischen Sonja und Agla läuft es nicht besonders gut. Agla könne sich nicht auf eine feste Beziehung einlassen, denn sie sei ja nicht lesbisch. Sie ist hin und her gerissen – das wiederum führt zu ständigen Streitereien zwischen den beiden.

Und auch Agla hat ihr Päckchen zu tragen. Sie muss sich als Bankerin nach dem isländischen Finanzchrash verantworten. Denn da lieft etwas über ihren Schreibtisch, das nicht ganz so sauber war…

Fazit

Kriminalität auf allen Ebenen – ich glaube in diesem Roman stehen nur wenige Personen nicht mit einem Bein im Knast. Es ist herrlich, wie die Autorin hier ein richtiges Netz des Verbrechens spinnt und ihre Figuren darin verteilt. hmmm, das Ende… erfahrene Krimilesern wird irgendwann auffallen, dass eine Figur zu kurz kommt – die aber ist der Auftakt zu Teil 2… und ich könnte wetten, dass sie trotzdem im Hintergrund bleiben wird und von hier aus die Fäden in der Hand hält. Ich freu mich auf Teil 2… und 3.

Lilja Sigurdardottir: Das Netz, aus dem Isländischen von Anika Wolff, 360 Seiten, Dumont, 10 Euro, ISBN 978-3832165192.

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