Die Schuld bestimmen wir

Gerade ist der neue Roman von J.P. Delaney rausgekommen: Die Erbin.

Finn und seine Schwester Jess erben eine Finca auf Mallorca. Ihr Vater, der dort lebte ist gestorben. Die Geschwister hatten seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihrem Vater, der vor 12 Monaten wieder geheiratet hat. Noch nicht mal zu Hochzeit waren sie eingeladen. Finn reist also nach Mallorca um die Angelegenheit zu regeln, denn die neue Frau und ihre Tochter leben auf der Finca, die jetzt verkauft werden soll.

Ein Ort, an den Finn und Jess keine guten Erinnerungen haben. Ihr Vater war Künstler, ständig betrunken und hinter jeder Frau her, die nicht bei 3 auf einem Orangenbaum war. Die Finca war so eine Art Hippie-Kommune, als die beiden noch klein waren. Ein heruntergekommenes Loch.

Doch als Finn die Finca wiedersieht ist sie renoviert, es gibt ein ausgebautes Gästehaus, stilvolle Einrichtung und einen Infinity-Pool. Anscheinend, weil Finns Vater sich verändert hat. Doch dann kommen erste Zweifel auf, als die Polizei Fragen zum Tod stellt, wo doch die neue Frau aus Albanien stammt und ohne die Ehe keine Aufenthaltsgenehmigung erhalten hätte…

War es Mord? Hat die Ehefrau gewusst, dass die Finca an die Kinder übergeht sobald ihr Mann tot ist? Warum ist sie so freundlich? Und welche Geschichte, die Finn und uns aufgetischt wird, ist wahr?

Fazit

Ein schöner Thriller, der an The Girl before, Believe me, Tot bis du perfekt, Du gehörst uns und Die Fremde in meinem Haus anknüpft. Die Titelübersetzung ist nicht gelungen. The new wife, also die neue Ehefrau, kommt der Geschichte und dem was der Autor in seinem Nachwort schreibt viel näher. Vor allem ist der Untertitel irreführend, denn hier wir eine eindeutige Schuld nie festgestellt, das bleibt dem Leser überlassen. Ich hätte jemanden, dem man zumindest einen Mord in die Schuhe schieben könnte. Aber lest selbst… bis auf ein paar unnötige Wiederholungen – die wiederum geschickt eingestreut sein könnten, weil die Geschichte der Protagonist Finn erzählt – spannend mit einem Twist, den niemand, wirklich niemand, so erwartet.

J.P. Delaney: Die Erbin, aus dem Englischen von Sibylle Schmidt, 320 Seiten, Penguin, 16 Euro, ISBN 978-3-328-60367-2

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