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Alles eine Frage des Vertrauens

WTF!

J.P. Delaney’s „Believe me“ hat mich zutiefst verwirrt. Ich habe noch nicht mal mehr dem Klappentext vertraut. Die Britin Claire Wright finanziert ihr Schauspielstudium in NY mit einem exquisiten Nebenjob – sie arbeitet als Treuetesterin für eine Anwaltskanzlei. Schwarz natürlich, denn Claire hat keine Greencard. Der Test an Patrick Fogler ist nicht erfolgreich, doch in der selben Nacht wird seine Frau – die Auftraggeberin – ermordet. Patrick gehört zu den Hauptverdächtigen, die Polizei vermutet sogar, dass er ein Serienmörder ist und ausgerechnet Claire soll helfen, ihn zu überführen. Sie hat ein unglaubliches Schauspieltalent.

Alles läuft nach Plan – Claire wird getestet, ausgebildet und begibt sich in ihre Rolle. Aber in der Mitte des Buches dann der Bruch. Claire landet in eine Psychiatrischen Klinik. Ab jetzt gerät alles aus den Fugen – nicht nur für Claire – auch für den Leser. Was kann man noch glauben? Schauspiel oder Realität? „Dieser Teil ist am gefährlichsten. Dass man aus den Schatten nicht mehr rauskommt. Dass sie Besitz von einem ergreifen.“

Und dieses unterschwellige Gefühl: „Er ist wie kein anderer Mann. Und das ist mein Ernst. Kehren Sie ihm niemals den Rücken zu. Trauen Sie ihm nicht.“

Speziell ist der Aufbau des Thrillers. Claire beschreibt Teile der Geschichte wie im Drehbuch. Delaney nimmt das affektierte Gehabe der Schauspieler auf die Schippe und liefert auch noch eine psychologische Beschreibung 🙂

Die Geschichte selbst ist fast 2 Jahrzehnte alt. J.P. Delaney hatte sie bereits veröffentlicht – unter einem anderen Titel und einem anderen Namen. Ohne großen Erfolg, aber die Geschichte war es wert noch mal erzählt zu werden. Jetzt, da Delaney ein gefeierter Bestsellerautor ist. Er schrieb die Geschichte um, machte sie besser – wie ich finde: gelungen. Ich war wütend, als ich den Sinn nicht mehr erkennen konnte – verwirrt als kleine Details sich zu einem großen Ganzen fügen – die Schatten haben Besitz von mir ergriffen und es wird einen Moment dauern zurückzufinden.

J.P. Delaney: „Believe me“, 416 Seiten, 15 Euro, Penguin Verlag, ISBN 978-3-328-10326-4

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