Neues vom Meister der Utopien

Das bedingungslose Grundeinkommen – ein Traum. Für jeden. Selbst die Reichen wären doch glücklich, wenn Sie vom Staat einen monatlichen Zuschuss bekommen würden. Aber – woher kommt das Geld? Und wie würden sich die Menschen in so einem System verhalten? Wären denn dann alle Menschen gleich?

Freiheitsgeld.Wunderbarer Titel für diese neue Utopie von Andreas Eschbach. Denn es macht jeden Menschen frei in seiner Entscheidung, ob er arbeiten gehen möchte, oder lieber in den Tag hineinbummeln. Doch: findet jemand Arbeit, dann sind die steuerlichen Abgaben immens hoch. Außerdem gar nicht einfach, denn mittlerweile haben Maschinen und Roboter die Arbeitswelt drastisch verändert. Menschen werden eigentlich nicht mehr gebraucht.

Einen tollen neuen Job hat der Physiotherapeut Valentin ergattert, mit eher zweifelhaften Verpflichtungen. Aber dieser Job bringt viel Geld und Valentin darf mit seiner Frau auch in eine abgeschlossene Wohnanlage ziehen. Und hier bleiben keine Wünsche offen: Platz, gepflegte Anlagen, Wellness, Pool und sogar Fleisch im Restaurant. „Draußen“ gibt es nur Fleischersatz aus Proteinen – lest selbst, wie das hergestellt wird 🙂

Und Valentin darf den ehemaligen Bundeskanzler Robert Havelock betreuen. Dieser hatte vor 30 Jahren das Freiheitsgeld eingeführt. Die beiden kennen sich noch nicht lange und Havelock wird tot aufgefunden. Alles weist auf Selbstmord hin.

Kurze Zeit später findet die Polizei die Leiche seines Gegenspielers Günter Leventheim. Hängen die beiden Todesfälle zusammen? Der Polizist Ahmad Müller beginnt zu ermitteln und muss sich am Ende gegen seine Werte entscheiden.

Fazit

Großartig! Durchdacht und konsturiert, wie es nur einem Andreas Eschbach gelingen kann. Und mit Freiheitsgeld dringen wir tief in die Psyche des Menschen. Die Träumer, die Faulenzer, die Macher, die Machtgierigen, die Ängstlichen, die Nacheiferer, die Tugendhaften. Wie funktioniert die Gesellschaft? Und wie frei können Menschen wirklich sein? Fragen, über die man sich Gedanken machen sollte – Denkanstöße gibts in Freiheitsgeld.

Andreas Eschbach: Freiheitsgeld, 538 Seiten, Lübbe, 25 Euro, ISBN 978-3-7857-2812-3

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