Kriminalität in Island?

Gibt es nicht – dachte ich. Aber Arnaldur Ingridason hat mit Wand des Schweigens eine Geschichte zu erzählen, wie sie überall auf der Welt hätte passieren können. Es ist bereits der vierte Roman um den Ermittler Konrad.

In einem Haus in Reykjavik bricht eine Mauer ein. Und dahinter wird eine Jahrzehnte alte Leiche entdeckt. Die Kripo nimmt die Ermittlungen auf, finden aber keine Vermisstmeldung, die auf das Opfer passt. Der pensionierte Kommissar Konrad will sich bei seinen Kollegen über den Fall informieren – aus reinem Interesse, aber niemand will ihm etwas erzählen. Also beginnt Konrad auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei hilft ihm Eyglo, eine Bekannte, ein Medium. Die schon früher mal in diesem Haus gewesen ist… wegen seltsamen Vorkommnissen.

Aber das ist nicht der einzige Fall, auf den sich Konrad konzentriert. Er selbst hat ein Familiendrama erlebt. Sein Vater – ein Kleinkrimineller – wurde vor vielen Jahren ermordet und der Mörder ist bis heute nicht gefunden. Konrad selbst sowie seine Mutter standen unter Mordverdacht. Zuerst hat er abgeblockt und wollte sich dieser Vergangenheit nicht stellen, doch jetzt, mit dem Alter wird man weiser – er will wissen, was damals passiert ist.

Und so beginnt Konrad an zwei Cold Cases zu arbeiten. Immer wieder eingeholt von der eigenen Vergangenheit. Und der Opfer – denn irgendwie scheinen die beiden Fälle miteinander in Verbindung zu stehen. Er kommt dem Mörder seines Vaters immer näher.

Fazit

Ein schöner Krimi für die kalten Wintertage. Es geht um häusliche Gewalt, Kleinkriminelle und um einen Skandal, den jemand unentdeckt gewusst haben wollte. Und wie bringt man Menschen zum Schweigen? Eine groß gedachte Geschichte, die hier und da ein bisschen schwächelt – so hat das Medium für mich zu viel Raum, der nicht nötig gewesen wäre – was sicher aber wiederum erklärt, da wir ja hier schon den 4ten Fall von Kommissar Konrad haben. Und der lässt sich auch gut ohne Vorkenntnisse der ersten lesen.

Arnaldur Ingridason: Wand des Schweigens, 398 Seiten, Lübbe, 22,90 Euro, ISBN 978-3-7857-2824-6

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