Und zwar mit Tageschau-Sprecher Constantin Schreiber. Nach seinen Bestsellern Die Kandidatin und Glück im Unglück hat er jetzt seinen ersten Krimi geschrieben: Kleopatras Grab.
Was erwarten wir? Natürlich, dass ich der Autor gut in Ägypten auskennt. Und das scheint zu klappen, denn Constantin Schreiber hat für eine libanesische Tageszeitung in Beirut gearbeitet und war Korrespondent für die Deutsche Welle in Dubai. 2016 wurde er für seine deutsch-arabische Sendung „Marhaba“ mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet.

Aber jetzt zum Krimi Kleopatras Grab, der Auftakt einer Reihe um die Ermittlerin Theodora Costanda. Der Name sagt es schon, Theodora ist Christin und Angehörige der griechischen Minderheit in Ägypten. Die hat es als Frau und Christin nicht einfach in einer arabischen und männerdominierten Welt. Sie wird mit dem Fall des toten Priesters der Sankt-Nicholas Kirche in Alexandria betraut, der ermordet wurde. Doch wer steckt dahinter? Die Mafia, die Familie oder vielleicht der reiche Archäologe, der in den Kirchen der Stadt nach etwas zu suchen scheint? Und ihr ahnt schon, er ist auf der Suche nach Kleopatras Grab. Alle Spuren führen zu einer Geheimorganisation und Theodora muss um ihr Leben fürchten… ein paar andere trifft es natürlich.
Fazit
Da heißt es immer, Krimi schreiben ist das leichteste Genre. Finde ich nicht. Denn der Autor muss den Leser bei der Stange halten, immer wieder den Verdacht umlenken und vielleicht noch den ein oder anderen mehr ermorden lassen 🙂 Constantin Schreiber hat das super umgesetzt. Ich bin am Ball geblieben und habe die Ausflüge in die Ägyptologie genossen (die hätten ruhig noch mehr sein können), die Rolle von Theodora, die „entwurzelt“ lebt – geboren in Ägypten als Christin, aufgewachsen in armen Verhältnissen in Frankreich und nach Ägypten zurückgekehrt in die fremde Heimat, ein muslimische Welt. Alexandria ist wunderbar beschrieben, man spürt die Hitze, die verstopften Straßen und das pulsierende Leben. Ein kleiner Knackpunkt: der Archäologe erinnert an Frank Goddio und Howard Carter, in der Fiktion dann Indiana Jones und der Geheimbund an die Romane von Dan Brown. Da hätte Constantin Schreiber noch ein bisschen mehr Ideenreichtum einfließen lassen können.
Ein Krimidebüt, das Spaß macht und Lust auf Teil 2.
Constantin Schreiber: Kleopatras Grab, 320 Seiten, Hoffmann und Campe, 22 Euro, ISBN 978-3-455-01763-2
Eine Antwort zu “Ab nach Ägypten”
[…] dem ersten Band Kleopatras Grab also nun: Echnatons Fluch in der Krimi-Reihe um die koptische Christin und Kommissarin Theodora […]
LikeLike