denkbar

Generation „planlos“

Ich gehöre zur zweiten Nachkriegsgeneration. Eine Generation, der es an nichts gefehlt hat und der alle Türen offen gestanden haben. Ich bin im festen Glauben aufgewachsen alles sein zu können, wenn ich lerne und meinen Interessen nachgehe. Und ich war fleißig. Ich habe eine solide Ausbildung – mit der man Geld verdienen kann. Ich habe ein Intellektuellen-Studium für die Schönheit des Geistes, das mit Glück gerade so für Brot und Wasser reicht und ein Studium, auf das man aufbauen kann – also eine Zusatzausbildung würde noch mal richtig Geld kosten. Ich hab Hobbys ausprobiert: Musik, Sport, Sprachen. Und immer wieder fällt eine Charaktereigenschaft auf: ich kann mich für Wettkämpfe jeglicher Art nicht begeistern – ich messe mich nicht an anderen, ich arbeite im Team und trete auch gern mal einen Schritt zurück.

Mein Job – für viele heißbegehrt – ist mir zugeflogen. Irgendwann gehen Türen auf und man geht durch oder eben nicht. Die eine schlägt man zu – aber an einer Tür gerüttelt habe ich nie. Es gibt kein Ziel, keinen Plan, keine Idee. Manchmal fühlt sich das in unserer Gesellschaft haltlos an. Ich sehe meine BWLer-Freunde in großen Unternehmensberatungen, Kanzleien – höher, schneller, weiter. Kaum einer denkt darüber nach, ob einen diese Art von Arbeit erfüllt, dazu ist einfach keine Zeit. Freunde, die mit ihrer Work-Life-Balance kämpfen – tiefer, langsamer und Schritt für Schritt. Eine Freundin, die ganz von vorn anfängt und ihren Traum lebt (ich bin so stolz auf dich!). EINE von vielen. Ich selbst bin Generation „planlos“ – auch wenn es die anderen mit Plan in der selben Generation gibt. Aber wir „Planlosen“ sind mehr.

Das macht es mit über 40 nicht mehr so einfach den roten Faden im Leben mit Ausprobieren zu erklären. Schwierig für die vielen konservativen Personalentscheider unserer Wirtschaft. Aber lasst euch nicht entmutigen! Wir sind Entdecker, Wissensdurstige, Menschen, die sich begeistern können, Querdenker, Pioniere! Ihr habt das Talent, euch einfach treiben zu lassen und mit Neugier die Welt zu erleben. Mit allem, was sie zu bieten hat.

Ein Plan fokussiert den Blick – dafür ist später immer noch Zeit!

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