Doris Dörrie ist ein deutsches Multi-Talent: Filmproduzentin, erfolgreiche Regiesseurin und Autorin. In „Diebe und Vampire“ geht es um jene exzentrischen Menschen, die sich Schriftsteller nennen, Geschichten von anderen Menschen stehlen und sie gnadenlos aussaugen. Ein Hinweis auf etwas Biographie im Roman?

Doris Dörrie ist ja eben auch Autorin! Und damit natürlich auch ein Stück Diebin und Vampirin, indem sie durch die Welt geht und schaut, welche Geschichte sie über die Menschen erzählen kann. Noch dazu spielt der erste Teil der Geschichte in Mexiko, wo Doris Dörrie 2014 ihren Film „Dieses schöne Scheißleben“ abgedreht hat.

Im Buch geht es um die Studentin Alice, die gerade im Urlaub mit ihrem 17 Jahre älteren Liebhaber Pe ist – in Mexiko. Alice möchte eigentlich Schriftstellerin werden und ist ein wenig verloren in ihrem Leben. Kein Wunder also, dass sie nach Vorbildern sucht – und da läuft ihr „die Meisterin“ über den Weg… Sie wird von Alice einfach so genannt, ihren Namen erfahren wir nicht. Die Meisterin soll Alice zum Vorbild werden, denn die Meisterin schreibt bereits Romane und das sehr erfolgreich. Sie ist rund 30 Jahre älter als Alice und sieht unglaublich gut aus – hat Stil und vor allem zieht sie es konsequent durch, jeden Tag am Schreibtisch zu sitzen und zu schreiben.

Sie ist das perfekte Vorbild für eine angehende Schriftstellerin!

Um mit der Meisterin in Kontakt zu kommen, nutzt Alice einen Zeitungsartikel: Ein Junge sitzt im Gefängnis, weil er sich gegen einen Großgrundbesitzer aufgelehnt hat. Ein gutes Thema für Gespräche und eine gute Idee, um mehr Zeit miteinander zu verbringen. Und es klappt tatsächlich, die beiden kommen sich über diese Geschichte näher. Und Alice soll sogar die Meisterin zu Hause in San Francisco besuchen.

Und dann schlägt die Diebin und Vampirin zu!

Es ist weder die Idee noch die Geschichte der Meisterin – aber sie schreibt einen Roman über dieses Erlebnis. Alice allerdings gelingt es nie, eine großartige Autorin zu werden. Sie entzieht sich dem leeren Blatt mit einem ausgefüllten Leben – damit kommt Bücher schreiben gar nicht mehr in Frage. Alice’s großer Traum ist bis zu einem gewissen Punkt gescheitert. Aber das Buch, das wir gerade in den Händen halten – ist das Resultat dieses Scheiterns. Denn der Schriftsteller – so die Meisterin – braucht das Scheitern ebenso wie die Traurigkeit, um erfolgreich zu sein und uns Menschen mit ihren Geschichten zu bewegen!

Fazit:

„Diebe und Vampire“ macht Spaß und ist – wie nicht anders erwartet – ein großartiger Roman, das ideale Geschenk für alle Freundinnen.

Doris Dörrie, „Diebe und Vampire“, 224 Seiten, 21,90 Euro, Diogenes, ISBN 978-3-257-06918-1

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