107 Stunden bis zum Ende der Welt

Ich kann es selbst nicht glauben – jetzt ist es schon wieder ewig her, dass ich einen Eintrag geschrieben habe, dabei habe ich hier 7 Bücher neben mir liegen, die alle noch auf eine Rezension warten. Gelesen sind sie schon. Ihr wisst, die Zeit fehlt manchmal.

Als ich den neuen Stuart Turton in den Händen hatte, hab ich leider auch alle anderen auf die Seite geworfen und womit? Mit Recht! Stuart Turton hat Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle und Der Tod und das dunkle Meer geschrieben. In seinem neuen Krimi Der letzte Mord am Ende der Welt muss Emory innerhalb von 107 Stunden einen Mord aufklären. Das Überleben der ganzen Menschheit hängt von ihr ab – aber das sind eh nicht mehr viele.

Ein mysteriöser Neben hat die Welt umzogen und tötet alles, was er verschlucken kann. Auf einer Insel im Mittelmeer konnten sich einige wenige Menschen retten. Ein Schutzschild hält den Nebel fern. Die Insel war ein Forschungszentrum mit den neuen Technologien – hier hat man sich erhofft und auch daran geforscht, den Nebel zu zerstören.

Das Leben auf der Insel ist anders. Es gibt 3 sehr alte Menschen, die übermenschlich groß sind: die Ältesten. Ehrfurchtsvoll blicken die 122 Bewohner zu ihnen auf. Es gibt eine Sperrstunde, die alle Bewohner in einen tiefen Schlaf zwingt und Abi – eine Stimme im Kopf, mit der man sich austauschen kann, so eine Art moralische Instanz und Freundin. Die Zahl der Bevölkerung bleibt immer gleich: zum 60sten Geburtstag wird gestorben und der/ die Tote durch ein neues Kind ersetzt.

Eine der Ältesten, Niema, beschließt die Wahrheit zu verkünden. Sie wird erstochen und damit wird ein Totmannschalter ausgelöst, der die Schutzhülle der Insel ausschaltet. Der Nebel kommt immer näher…

Fazit

Was eine wunderbare Reise in die Zukunft. Eine Geschichte, die mich ein bisschen an Gullivers Reisen erinnert hat, gesellschaftskritisch, satirisch, menschlich mit dem Wunsch, eine bessere Welt zu erschaffen, in der nichts ist, wie es scheint.

Mr. Stuart – danke für diese großartige Geschichte! Ich drücke Emory und ihrem Volk ganz fest die Daumen, dass sie es schaffen werden.

Stuart Turton: Der letzte Mord am Ende der Welt, aus dem Englischen von Dorothee Merkel, 464 Seiten, Klett-Cotta, ISBN: 978-3-608-50261-9

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