Gedankenexperiment zur Unsterblichkeit

Und das kommt natürlich von Andreas Eschbach. Schon immer sucht der Mensch die Unsterblichkeit. So lange kein Mittel gefunden ist, begnügt er sich mit den Versuchen den Alterungsprozess aufzuhalten.

Was aber, wenn ein Unternehmen aus dem Silicon Valley mit hochkarätigen Wissenschaftlern daran arbeitet, den Tod abzuschaffen… was würdet ihr dafür geben? Das letzte Hemd? Euer Bewusstsein? Das Leben? Und wie würde so eine Welt ohne Tod aussehen? Wie würde sich die Gesellschaft verändern?

Ein paar wenige Milliardäre erhalten eine Einladung zu einem Firmen-Event von Youvatar. Die Firma braucht zahlungskräftige Investoren, denn ihr Projekt ist ergiebig. Sie wollen den Tod abschaffen. Bewerkstelligt durch den Upload des Bewusstseins, indem alle Nervenzellen im Gehirn ausgetauscht werden. Das sind zwischen 86 und 100 Milliarden. Das Versprechen: das, was uns ausmacht, wird mit transferiert – unser Denken, unsere Erinnerungen unser Sein.

Unter den Gästen ist auch James Windover, ein Journalist einer speziellen Zeitung für Superreiche. Er vertritt eine seiner Abonnentinnen, die ihn beauftragt hat, eine mögliche Investition gründlich zu prüfen. James ist hin und her gerissen zwischen dem Wunsch der Unsterblichkeit und so bleiben die Fakten nicht neutral. Dann entdeckt er, dass Youvatar einem Schriftsteller seine Story abgekauft hat, weil sie fürchten, die Story könnte das Projekt gefährden. Ein weiterer Autor einer Science-Fiction-Geschichte ist bereit tot. James Recherchen gefährden auch bald sein Leben.

Fazit

Wissenschaft, Science-Fiction und Thriller in einem – ein typischer Eschbach eben. Ein Gedankenexperiment, dass ein bisschen Grips fordert, dann aber ein Cluster eröffnet, dass nicht nur ethische und gesellschaftliche Fragen aufwirft, sondern auch die Künstliche Intelligenz und den Faktor Mensch in den Fokus rückt. Und für mich hat sich abschließend die Frage gestellt: Ist das überhaupt noch Science-Fiction?

Andreas Eschbach: Die Abschaffung des Todes, 655 Seiten, Lübbe, 26 Euro, ISBN 978-3-7577-0051-5

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