Niemand verschwindet spurlos

Auch nicht im Thriller von Nicci French: Blutsbande. Ein ganzes Dorf versammelt sich in einer Scheune um den 50sten Geburtstag von Alec zu feiern. Nur Charlie, seine Frau, fehlt. Und niemand scheint sich Sorgen um sie zu machen, außer Etty ihre Tochter, die glaubt, dass Charlie etwas Schlimmes passiert sein muss. Wenig später wird die Leiche eines Dorfbewohners am Fluss gefunden und Charlie bleibt weiter vermisst. Die Familie und damit das Verhältnis zwischen Alec, Etty und ihren zwei Brüdern, zerbricht.

30 Jahre später kehrt Etty in ihr Elternhaus zurück. Der Vater leidet an Demenz und muss ins Heim. Das Haus muss ausgeräumt werden. Etty stellt sich der Vergangenheit und dem Verlust ihrer Mutter und dann geschieht erneut ein Mord. Gibt es einen Zusammenhang zum Mord von vor 30 Jahren? Und oder mit der Vermissten? Detective Maud O’Connor lässt nicht locker…

Fazit

Saubere Ermittlungsarbeit, die Detective Maud O’Connor leistet. Und das macht diesen Thriller aus. Vor meinem geistigen Auge ist Charlie immer wieder auf dem Weg zur Party und verschwindet dann spurlos – und dabei habe ich selbst einen grandiosen Hinweis auf ihren Verbleib einfach überlesen! Nicci French versteht es meisterhaft ein Geflecht der Kausalitäten zu verknüpfen. In der ganzen Geschichte kleine Hinweise zu streuen, die einen selbst auf die Spur des Täters bringen können, als wären wir im Team von Maud O’Connor. Packend, spannend und einfach gut!

Nicci French: Blutsbande, aus dem Englischen von Birgit Moosmüller, 480 Seiten, C. Bertelsmann, 17 Euro, ISBN 987-3-570-10498-9

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