Brandgefährlich, wird unsere Welt

Science-Fiction aus Deutschland – dafür steht die Autorin Zoe Beck. Ich hab euch schon Paradise City vorgestellt, eine Geschichte, in der das ganze Rhein-Main-Gebiet eine Megacity geworden ist und Algorithmen unser Leben bestimmen.

In ihrem aktuellen Buch Memoria ist die Schere zwischen Arm und Reich noch größer geworden. Es herrscht eine fast unerträgliche Hitze und es brennen riesige Waldflächen.

In Frankfurt in einem ehemaligen Banktower lebt Harriet. Sie ist Mitte 30 und hatte eine große Karriere als Konzertpianistin vor sich, bis eine Routine-OP an ihrer linken Hand daneben ging. Ihre Mutter starb kurz darauf bei einem Autounfall und ihr Vater wird dement. Seit dem ist sie quasi mittellos, arbeitet bei einer Securityfirma in einem Luxuskaufhaus auf der Zeil, um sich Grundnahrungsmittel leisten zu können und das Zimmer, in dem sie schläft. Nebenbei stimmt sie Klaviere. Sie ist gerade auf dem Weg zu einem Auftrag, als sie einer Frau das Leben rettet, als deren Haus einem Brand zum Opfer fällt.

Und diese Rettung weckt ungeahnte Fähigkeiten in Harriet. Sie fährt ein Auto um dem Feuer schnell zu entkommen, dabei hat sie gar keinen Führerschein. Diese Irritation bringt Harriet dazu in ihrer Vergangenheit zu forschen – warum kann sie sich an bestimmte Dinge nicht erinnern und sind ihre Erinnerungen überhaupt richtig?

Fazit

Schnell und unaufhaltsam ist Harriet ihrer Vergangenheit auf der Spur und wir decken jedes Schnipselchen mit ihr auf. Der Thriller ist gut konstruiert, denn das fällt erst am Ende auf. Zoe Beck schafft es auf die gerade wichtigen Figuren ein Spotlight zu setzen, so dass die anderen in den Hintergrund treten. Und da lesen wir auch, was der Klimawandel mit unserer Welt gemacht hat. Ich liebe die Ortsmarken in Hessen – es ist immer schön, wenn man sich „auskennt“. Zoe Beck kommt in ihren Geschichten immer wieder dahin zurück, obwohl sie längst in einer anderen Liga spielt.

Zoe Beck: Memoria, 280 Seiten, Suhrkamp, 16,95 Euro, ISBN 978-3-518-47292-7

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