Das Fotostudio von Herrn Hirasawa ist etwas ganz Besonderes. Es liegt an der Schwelle zum Jenseits. Die Besucher, die zu ihm kommen können sich hier ihren ganz persönlichen Lebensfilm zusammenstellen und noch einmal in einer Drehlaterne ablaufen lassen. Für jedes Lebensjahr ein Foto.

Oft ist aber gerade das Foto verblasst und abgegriffen, dass man besonders gerne hat. Eine Szene, an die man sich oft und gerne erinnert. Hirasawa hilft dabei, dieses Foto noch mal neu zu machen mit seinen Besuchern und einer Kamera ihrer Wahl reist er zurück in die Vergangenheit. Die Verstorbenen schauen sich diesen Moment von Ferne nochmal an und erzählen Hirasawa davon.
Zu Besuch kommen eine alte Erzieherin, sie erinnert sich an das Tokio kurz nach dem Krieg, ein ermordetes Yakuza-Mitglied erinnert sich an eine Gute Tat, ein Mädchen mit nur wenigen Fotos weiß nicht, woran es sich erinnern soll. Hirasawa zeigt allen, wie schön das Leben ist – man muss nur genau hinsehen. Aber warum hat ausgerechnet Hirasawa nur ein einziges Foto aus seinem Leben?
Fazit
Die Erinnerungsfotografen ist eine leise, nicht zu aufdringliche und wunderschöne Geschichte über den Abschied vom Leben. Ein Buch, das man mit Ruhe und Muße lesen sollte, damit es wirken kann. Das Fotostudio von Herrn Hirasawa ist ein Ort, zu dem man sich hingezogen fühlt und der Übergang ins Jenseits erscheint gar nicht mehr so schwer.
Sanaka Hiiragi: Die Erinnerungsfotografen, aus dem Japanischen von Yukiko Luginbühl und Sabine Mangold, Hoffmann & Campe, 176 Seiten, 22 Euro, ISBN 978-3-455-01616-1
Eine Antwort zu “Ein letztes Foto”
[…] nicht das erste seiner Art, dass ich dazu in die Finger bekommen habe. Da gab es zu Beispiel die Erinnerungsfotografen von Sanaka Hiiragi aus Japan. Hier gilt es einen letzten, wichtigen Augenblick zu fotografieren, um […]
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