Zeitreise mit Robert Harris

In seinem neuen Roman nimmt uns Robert Harris mit ins Jahr 1660. Oliver Cromwell ist tot und Karl II. besteigt den Thron. Er erlässt mit der Akte der Verzeihung ein Generalpardon für alle, die am Bürgerkrieg beteiligt waren. Hochverräter aber, wie die Königsmörder, werden nicht verschont. Und darauf hin beginnt die Jagd auf sie, die Mitunterzeichner des Todesurteils für König Karl I.

Darunter auch Edward Whalley und William Goffe, die im Bürgerkrieg auf der Seite von Cromwell gekämpft haben und unter ihm dienten. Beide schaffen es in die neuen Kolonien in Amerika zu fliehen. Doch die englischen Häscher sind ihnen auf den Fersen und sie müssen sich verstecken, abhängig von Sympathisanten und puritanischen Fanatikern.

Ihre Reise führt sie von Cambridge ins Landesinnere immer am Connecticut entlang. Während ihrer Flucht schreibt Whalley seine Geschichte auf und so erfahren wir viel aus der Zeit Cromwells. Der ein oder andere Königsmörder gerät in einen Hinterhalt. Und ein gewisser Richard Nayler hat ein ganz besonderes Hühnchen mit Whalley und Goffe zu rupfen.

Fazit

Ja, ich bin ein bisschen schlauer als zuvor. Klar, der Häscher Richard Nayler ist erfunden, aber vieles der größten Menschenjagd des 17ten Jahrhunderts hat einen historischen Hintergrund. Auch Edward Whalley und William Goffe hat es gegeben und sie sind in die Kolonien geflüchtet. Während das Ende von Edward Whalley bekannt ist, verliert sich nach dessen Tod die Spur von William Goffe. Für alle, die noch tiefer in die Geschichte eintauchen möchten gibt es am Ende des Buches ein paar Quellenangaben inkl. neuen Studien.

Nun, ich hab mir schwer getan. Ich habe selten so lange für einen Robert Harris gebraucht. Es schien mir langatmig und ich konnte mit den Puritanern und ihrer Gesinnung, die wirklich gut beschrieben ist, so gar nichts anfangen. Aber: ich habs zu Ende gelesen!

Robert Harris: Königsmörder, aus dem Englischen von Wolfgang Müller, 544 Seiten, Heyne, 24 Euro, ISBN 978-3-453-27371-9

Eine Antwort zu “Zeitreise mit Robert Harris”

  1. Er hat sich erzählerisch etwas mehr Zeit gelassen als sonst, finde ich, empfand das aber nicht als langatmig, sondern eher als atmosphärisch. Ich kann aber verstehen, wenn man im Vergleich zu seinen anderen Büchern ein Problem mit „Königsmörder“ hatte. 🙂

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