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Ein Hund in der Küche

Der Hund ist ein Mann von der Straße, ein Streuner, den alle nur Hund nennen. Er rede nicht viel, sieht schmuddelig aus und seine Augen sind irgendwie unangenehm. Und dieser Hund stellt die Sterneküche komplett auf den Kopf und zaubert ungeahnte Geschmackserlebnisse.

Der Hund als Jahrhundertkoch à la Bocuse

Der Hund bekommt seine Chance in einem Berliner Sternerestaurant. Zuerst nur als Commis – doch dann geht alles plötzlich drunter und drüber. An Tisch 13 sitzt ein Restaurantkritiker und wartet auf seinen Fisch, der Chef de Partie verletzte sich schwer, das Blut spritzt und der Hund nutzt seine Chance. Er bereitet den Fisch für den Kritiker zu und lässt servieren…

und alle sind begeistert…

… und geschockt gleichzeitig. Was da auf dem Teller liegt, ist nicht fein angerichtet, es ist direkt von der Pfanne auf den Teller geschüttet, sieht aus wie zweimal überfahren und … schmeckt wie eine Offenbarung. 

Fazit

Akiz erzeugt mit Der Hund eine wild romantische Vorstellung vom Arbeiten in einer Sterneküche. Es wird geschwitzt, geblutet, geliebt und gelebt in der Hölle hinter dem Pass – und Akiz treibt die Verehrung der Starköche auf die Spitze, wenn die Gäste süchtig werden nach den Gerichten, die der Hund fabriziert – ein schmaler Grat zwischen Faszination und Ekel. Gut gemacht – bildgewaltig und zeitweise brutal erzählt – ist der Hund ein unbequemes Buch, das sicher nicht jedermanns Geschmacks trifft.

Akiz: Der Hund, 192 Seiten, hanserblau, 18 Euro, ISBN 978-3-446-26599-8.

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