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… ist die „Die Farbe von Milch“ von der britischen Autorin Nell Leyshon. Der Roman war für den Prix Femina nominiert, neben namhaften Autoren wie James Salter oder Zeruya Shalev. Und allein schon die Geschichte macht dieses Buch zu etwas ganz Besonderem – aber auch die Sprache, die auch in der Übersetzung nichts von ihrem Zauber verloren hat.

Wir schreiben das Jahr 1831. Mary ist gerade 15 geworden, ihr Haar hat die Farbe von Milch und Mary hat einen Gehfehler. Ihr Leben ist alles andere als schön und sorgenfrei. Sie muss auf dem elterlichen Hof mit ihren 3 Schwestern hart arbeiten. Sie kann weder lesen noch schreiben und muss die Gewaltausbrüche ihres Vaters über sich ergehen lassen. Doch dann ändert sich alles… Mary soll ab sofort im Haushalt des Herrn Pfarrer aushelfen.

Aber das Heimweh zieht sie immer wieder zurück auf den Hof des Vaters. Auch, weil ihr Großvater hier lebt, denn die beiden haben ein sehr inniges Verhältnis zueinander. Beim Pfarrer lernt sie eine fremde Welt kennen. Im Kontrast stehen die Armut zu Hause und das bürgerlichen Leben. Mary hat plötzlich ein eigenes Bett, genug zu Essen und liebt es, der Pfarrersfrau Gesellschaft zu leisten. Als diese stirbt, nimmt Marys Schicksal eine dramatische Wendung.

Die Sprache beeindruckt: Mary ist anfangs ungebildet, einfach in ihrer Art, aber klug. Sie ist oft schweigsam, aber wenn sie redet ist sie schlagfertig und trifft den Nagel auf den Kopf. Im Verlauf des Buches gewinnt Mary immer mehr an sprachlicher Sicherheit und das für uns Leser sichtbar zu machen, ist außergewöhnlich. Wir können mitlesen, wie sich Mary entwickelt.

Fazit:

„Die Farbe von Milch“ ist ein Roman über Klassenunterschiede und die Willkür, denen eine junge, standeslose Frau ausgesetzt ist. Das Buch hat mich tief beeindruckt, ja ein Stück weit sogar erschüttert.

Nell Leyshon: „Die Farbe von Milch“, ISBN 978-396161000-6

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