Smart Horror-Home

Es ist ein Experiment – ein Hochhaus, beste Adresse Berlins: der Pramtower am Alexanderplatz. Eine Luxuswohnung ausgestattet mit einer der fortschrittlichsten KIs, die die Wünsche jedes Bewohners sofort erfüllt. Dieses Setting eignet sich hervorragend für einen Thriller: Der Tower von Ivar Leon Menger.

Nova steht vor dem Nichts. Der Job als Galeristin wurde ihr gekündigt, ebenso die Wohnung wegen Eigenbedarf und ihr Freund hat sie verlassen. Sagen wirs mal so: Nova hat wohl gerade keinen Lauf. Doch dann kommt ein unerwartetes Angebot. Sie darf ein Jahr lang mietfrei im Pramtower wohnen. Dafür hatte sie sich beworben, ist aber schon eine weile her. Was ein Glücksfall zur richtigen Zeit.

Sie bezieht ein unfassbar schönes Apartment, ihr Nachbar ist ein gut aussehender junger Mann und alle auf ihrer Etage sind nett – naja, auch ein bisschen verschroben. Und die KI – sie regelt einfach alles: Einkäufe, Licht, Jalousien, Wassertemperatur – einfach nur „Kim“ bescheid geben. Doch schnell merkt Nova, dass „Kim“ mehr Einfluss auf ihr Leben hat, als es ihr lieb ist.

Fazit

Ein moderner Locked-room-Thriller, der einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Lange hat man nur einen Namen, der hinter all dem Horror stecken soll und verdächtigt mal diese Person, mal die andere. Und dann diese Ausweglosigkeit – das mag man sich gar nicht vorstellen. Ich bin so froh, dass mein zu Hause kein Smart-Home ist 🙂 Das Schlusskapitel hat mich überrascht – denn es gibt 2 unterschiedliche Enden des Thrillers. Ich wäre auch mit einer Lösung zufrieden gewesen…

Ivar Leon Menger: Der Tower, 400 Seiten, dtv, 13 Euro, ISBN 978-3-423-22134-4

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