Mit Westend setzt Autor Volker Kutscher so etwas wie den Schlussstein seiner Gereon Rath Krimis. Was mit Der nasse Fisch begann und mit dem zehnten Band Rath endete, bekommt jetzt noch mal eine letzte Reflexion auf Raths Leben, inklusive: Was danach geschah.
Charly, Gereon Rath und Fritze Thormann werden im zehnten Band nach den November-Progromen 1938 in alle Richtungen versprengt – und die Leser können sich ausmalen, wie es weiterging – ein paar Hinweise gibt es jetzt und damit sind die einen zufrieden, die anderen vielleicht enttäuscht – aber so ist das nun Mal mit der Literatur.

1973 trifft sich Journalist Hans Singer mit Gereon Rath in seinem Seniorenheim Berlin-Westend. Singer will mehr über die Polizeiarbeit der 30er Jahre wissen und das entpuppt sich als Vorwand, damit Rath überhaupt eingewilligt hat, dieses Gespräch zu führen. Aber so nach und nach entpuppt sich das Gespräch als eine Art Verhör, denn Singer weiß eine ganze Menge über Raths Leben und er ist einer Sache auf der Spur, über die Rath auf keinen Fall reden will – über das, was nach dem Krieg in Osterberlin passiert ist.
Fazit
Volker Kutscher hat Westend extra für die Lieblingsbuch-Reihe von Illustratorin Kat Menschik geschrieben, in der schon Moabit und Mitte erschienen sind – die Geschichte von Charly und von Fritze Thormann. Es ist eine kurze Geschichte, die noch gefehlt hat, um mit den Rath-Krimis abzuschließen. Bei mir schwingt ein bisschen Wehmut mit, wenn der 73jährige Rath auf sein Leben zurückblickt. Ein Buch, dass jeder Rath-Fan gelesen haben muss, was sich zudem gut anfasst und die Illustrationen einfach großartig sind. Allerdings nichts für Einsteiger in die Reihe.
Volker Kutscher: Westend, illustriert von Kat Menschik, 112 Seiten, Galiani Berlin, 23 Euro, ISBN 978-3-86971-323-6