… es aber so eine rasante Wendung nimmt, mit der keiner rechnet.
Ich denke ihr könnt euch gut an „Ich weiß, was du letzten Sommer getan“ hast erinnern. Auch in Marie O’Hares Debütroman I know where you buried your husband lassen 5 Freundinnen eine Leiche verschwinden. Es ist der Ehemann von Sophia, einer dieser 5 Frauen. Der Ehemann wird als vermisst gemeldet, die Jahre vergehen, die Freundin verlieren den Kontakt und 7 Jahre später droht alles aufzufliegen. Jemand hat sie damals beobachtet und erpresst sie nun.

Und dann kommt die Wendung, die ich schon angedeutet habe, aber nicht preisgeben 🙂
Die 5 Freundinnen lernen wir im Laufe der Geschichte immer besser kennen. Vor allem ihre Ängste, Emotionen und Defizite. Eben die Rucksäcke, die sie mit sich rumschleppen. Wunderbare Porträts sind das geworden – eingebettet in eine mörderische Geschichte. Es gibt ein großes Geheimnis um den Mord, das eigentlich nur für den Leser eines ist – aber so soll ein Krimi ja auch funktionieren. Dann gibt es die Erpressung, die auf Stalking beruht und unglaublich faszinierende kriminelle Energien freisetzt – bei allen Beteiligten.
Fazit
Ich bin mir fast sicher, dass sich viele Frauen in den Porträts der Freundinnen ansatzweise wiederfinden. Auch ich habe mit meinen Emotionen gekämpft, war wütend, habe Recht gegeben und habe mit den Protagonistinnen Auswege gesucht. Und plötzlich war der Mord am Anfang gar nicht mehr wichtig, so dass mich die Auflösung echt erstaunt hat. Und es gibt einen tollen Kunstgriff auf dem Höhepunkt, an dem alle Freundinnen eins zu werden scheinen – aber das müsst ihr selbst lesen.
Marie O’Hare: I know where you buried your husband, aus dem Englischen von Frauke Meier, Lübbe, 480 Seiten, ISBN 978-3-7577-0134-5