Einfach mal anders denken

Und damit hat Wolf Haas in seinem Roman Wackelkontakt alle Regen außer Kraft gesetzt. Dieses Buch steckt voller Wortspielereien, Puzzleteilen, hebelt die Zeit aus, die Lesegewohnheiten und ist doch eine mühelose Geschichte mit einem doch konstruiertem Ende.

Franz Escher wartet auf den Elektriker und liest dabei ein Buch. Wir merken schon Escher ist ein komischer Kautz. Der Name Escher ist nicht ganz zufällig gewählt. Das Vorbild: der Künstler Maurits Cornelis Escher, den wir von seinen „Drawing Hands“ oder den Treppen in „Relativität“ kennen. Er durchbricht mit seinen Bildern das Mögliche. Zurück zum Buch: darin geht es um den Mafia-Kronzeugen Elio Russo, der bald ins Zeugenschutzprogramm entlassen werden soll. Dieser wiederum liest ein Buch über Franz Escher, der auf den Elektriker wartet.

Dieser kommt und macht sich an die Arbeit eine Steckdose mit Wackelkontakt in Eschers Küche auszuwechseln. Escher will nicht daneben stehen und liest weiter, wie Elio Russo ein neues Leben in Deutschland anfängt.

Wie sich die beiden Leben kreuzen, warum ein von Escher geschriebenes Buch eine große Rolle spielt und viel gepuzzelt wird – das müsst ihr selbst lesen!

Fazit

Boah! Was eine Geschichte! Was für ein gelungenes Experiment einen Roman mal anders zu denken. Mühelos und ohne Kapitel verbindet Wolf Haas das Lesen in beiden Büchern. Es kommt natürlich dazu, dass irgendwann klar wird, was die Bücher von Escher und Elio offenbaren und es kommt zu einem mafiösen Showdown. Ein dickes Lob geht an dieser Stelle auch an den Hanser-Verlag für das grandiose Cover von Wackelkontakt und den Klappentext – denn das hat mich erst dazu bewogen, mir das Buch zu kaufen. Diesen Roman dürft ihr auf keinen Fall verpassen! (Wackelkontakt gibt es übrigens auch als 1.000 Teile Puzzle!)

Wolf Haas: Wackelkontakt, 240 Seiten, Hanser, 25 Euro, ISBN 978-3-446-28272-8

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