Neues Ermittlerteam in Island

In Island wurde Schmerz gefeiert. Das neue Ermittlerduo „Dora und Rado“ von Jón Atli Jónasson ist mehr als ungewöhnlich und das macht sie unschlagbar.

Dora wird bei einem ihrer ersten Einsätze schwer verletzt. Sie wird, als sie einen Selbstmord verhindern will, in den Kopf getroffen. Seit dem schiebt sie Innendienst und überprüft Fälle anderer Kollegen, bei denen es ein genaues Auge braucht. Denn Dora scheint seit dem Unfall besonders aufmerksam zu sein und „out of the box“ zu denken. Und Dora nimmt regelmäßig starke Schmerzmittel.

Rado, der Sohn serbischer Einwanderer, muss seit ein paar Wochen im Rauschgiftdezernat aushelfen. Doch irgendwas geht vor und man läßt ihn im Dunklen tappen. Die Polizei plant eine Razzia gegen seinen Schwiegervater – einen polnischen Mafiosi. Die Polizisten durchsuchen auch Rados Wohnung. Was bis jetzt in seiner Ehe nicht als das große Problem gesehen wurde – könnte diese jetzt zerstören.

Dann verschwindet ein Teenager. Dora wird damit beauftragt rauszufahren und zu ermitteln – alle anderen sind ja auf der Razzia. Und Rado kommt dazu, weil erstmal geklärt werden muss, wie tief er selbst in den Mafiastrukturen hängt. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt und Dora wird wieder lebensgefährlich verletzt – von einem Täter, den Rado gut kennt.

Fazit

Schmerz ist genau das: Schmerz. Dora ist „kaputt“ und Rado getrieben von einem unglaublich starken Sinn für Gerechtigkeit. Es geht in die Unterwelt Reykjaviks – mit rasanten und dramatischen Wendungen. Das Ende hat mich verstört zurückgelassen, in der Hoffnung, das Dora wieder aufsteht, eine tolle Ermittlerin, der man nichts sehnlicher wünscht, als ein normales Leben. Ich bin gespannt, was die beiden in Gift erleben werden. Die Fortsetzung ist fürs Frühjahr 2026 geplant.

Jón Atli Jónasson: Schmerz, aus dem Isländischen von Freyja Melsted, 352 Seiten, Scherz, 18 Euro, ISBN 978-3-10-492000-9

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