O du Schreckliche

Na, wie war euer Weihnachten? Meins war anders als erwartet – aber ebendrum fast um so schöner. Geschenketechnisch wurde ich gut ausgestattet mit Baumaterial für mein neu entdecktes Hobby und: kein bisschen Streit – warum auch?! Angeblich gehört das ja zu Weihnachten dazu.

Mit dem Streiten an den Festtagen haben sich schon viele berühmte Autoren beschäftigt und die hat Felix Jacob vom Kanon-Verlag in dem Büchlein O du Schreckliche – Ein garstiger Weihnachtskanon zusammengestellt.

„Wer zu Weihnachten nicht streitet, versäumt die beste Zeit dafür.“ schreibt Daniel Glattauer und gibt uns Tipps, an welchen Punkten wir einen Streit anzetteln können. Bruno Strahl aus der Geschichte von Martin Suter versucht erfolglos Weihnachten zu ignorieren und Herr Lang – in der Geschichte von Kurt Valentin – will sein Geschenk umtauschen, weil er damit nicht zurecht kommt. Die 12 Gedichte von John Updike suchen das Schreckliche in allem, was mit Weihnachten zu tun hat und Hans Fallada entspinnt ein Wirrwarr um einen gestohlenen Weihnachtsbaum.

Fazit

Herrlich garstig! Felix Jacob hat viele lustige und einprägsame Geschichten um Weihnachten in diesem Buch versammelt. Und manch eine lässt den jeweiligen Autor in einem fast menschlichen Licht erscheinen. Der Erzählband schließt mit einem hinreißenden Gedicht von Ringelnatz:

„Wenn der Christbaumschmuck – soweit nicht aufgefressen –
Speicherwärts sich drückt in die Vergessenheit,
Dann – gänsehalsig – Nadeln streuend –
Fliegt die Tanne in die Küche,
Und von da an geht, uns hoch erfreuend,
Auch das alte Jahr sanft in die Brüche.“
(Silvester aus: Joachim Ringelnatz, Das Gesamtwerk, Henssel Verlag, Berlin, 1988)

Und dem, ist nichts hinzuzufügen 🙂

Felix Jacobs (Hrsg.): O Du Schreckliche – Ein garstiger Weihnachtskanon, 160 Seiten, Kanon Verlag, 18 Euro, ISBN 978-3-98568-145-7

Hinterlasse einen Kommentar