Fabeln aus Zamonien

Die 20 Fabeln* kein niemand anderes geschrieben als Hildegunst von Mythenmetz, übersetzt wurden sie von Walter Moers. Das Eichhörnchen das rückwärts leben wollte ist der Titel und gleich die erste Geschichte. Ganz nach dem Motto: „make laugh, not war“, das beweist, das Humor doch ein recht ernstes Geschäft ist.

Fulminant startet das Buch mit eben jenem Eichhörnchen, das rückwärts leben wollte. Es denkt sich viele schlaue Dinge aus, um der Zeit zu entfliehen. Unter anderem rückwärtsgehen, rückwärtssprechen, rückwärtsdenken. Seine Frau findet das mehr als seltsam, aber passt gut auf ihn auf und auch, dass genug Nüsse für den Winter vorrätig sind. Dann erlauben sich die Verwandten einen Scherz und es kommt zum Bruch. Und zum völlig irritieren Leser!

Fabeln, die mich nachhaltig beeindruckt haben: die vom Beißwolf und dem Schmiegehäschen… eine verstörende Geschichte im Gewand eines Wolfes im Schafspelz.

Oder der Ubufant, dem nichts unmöglich war. Eine Fabel zum mitfiebern. Sowie das unausweichliche Schicksal des Revoluzzers Bingo oder den Blattschneiderameisen 45 und 46, dem knotelnden Buchling und einer fleischfressenden Pflanze, die mit Identitätsproblemen kämpft. Ach, und alle anderen auch!

Fazit

Hildegunst von Mythenmetz ist wieder einmal ein grandioser Wurf gelungen. An dieser Stelle auch ein großes Kompliment an den Übersetzer Walter Moers. Er hat das Zamonische in unsere Zeit geholt und den Witz, trotz aller Ernsthaftigkeit gut herausgearbeitet. Das Eichhörnchen, das rückwärts leben wollte ist ein Muss für alle Mythenmetz-Fans, die nicht vor zamonischem Humor zurückschrecksen.

Hildegunst von Mythenmetz: Das Eichhörnchen, das rückwärts leben wollte, übersetzt von Walter Moers, 176 Seiten, Penguin, 28 Euro, ISBN 978-3-328-60342-9

*Die „Fabel“ bezeichnet eine humorvoll-anarchische zamonische Kurzgeschichte und kennt, im Gegensatz zur klassischen Tierfabel, keinerlei Moral.

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