Ein wachsendes Problem in den USA

Die Obdachlosigkeit. Die Autorin Eske Hicken hat ein Jahr in Portland gelebt und sich um Obdachlose gekümmert. Daraus entstanden ist ihr erster Roman Homeless.

Helen und Richard leben ein gutes amerikanischen Leben mit Haus, veganem Truthahn und Achtsamkeitskursen. Das sie die Armen unterstützen, sie bemitleiden, mit Freunden darüber diskutieren gehört zum Lifestyle. Doch vor der eigenen Haustür – eventuell noch ein Obdachlosenheim in nächster Nähe – das wollen sie nicht haben.

Katie und John leben auf der Straße. John hat ein Schicksalsschlag zum kurzfristigen Aufgeben gebracht und er kommt einfach nicht mehr auf die Füße. Katie steht am Anfang, flieht aus einer gewalttägigen Beziehung, kommt erst bei einer Freundin unter, hat mehrere Jobs, um überhaupt über die Runden zu kommen. Doch bei ihrer Freundin kann sie nicht bleiben und zieht sie „vorübergehend“ auf die Straße. Eine gefährliche Situation als Frau – zudem hetzt eine rechte Bürgerinitiative gegen Obdachlose und jemand zündet Zelte an, in denen die Obdachlosen unterkommen.

Fazit

Eske Hicken nimmt uns mit in ein Portland, das bei der amerikanischen Mittelschicht noch nicht angekommen zu sein scheint. Die Mieten für Wohnungen sind ins unermessliche gestiegen und das in einer Stadt, die eigentlich ein Zentrum der Alternativ- und Hipsterkultur ist. Wir tauchen ein in die Probleme der Obdachlosen, die sich in einer Abwärtsspirale befinden, aus der es schwer ist rauszukommen. Und wir sehen, dass Menschen, die scheinbar alles haben, das Glück nicht gepachtet haben.

Eske Hicken: Homeless, 280 Seiten, Westend Verlag, 24 Euro, ISBN 978-394-967109-8

Hinterlasse einen Kommentar