Vermisst

Vier Freundinnen sind auf dem Rückweg von einer Party. Es regnet in Strömen, das Auto kommt im Devil’s Corridor, eine Straße im Wald, von der Fahrbahn ab und drei der Mädchen verschwinden spurlos. Das ist die Anfangsgeschichte im neuen Thriller von Claire Douglas: Girls Night.

20 Jahre später soll die Journalistin Jenna Halliday einen True-Crime-Podcast über das Verschwinden der Mädchen realisieren und reist in das Dorf Stafferbury, um die Einwohner und auch die Beteiligten zu interviewen. Besonders interessiert ist sie an Olivia, der Frau, die als Teenager den Unfallwagen fuhr und eingeklemmt in ihm gefunden wurde. Doch Olivia ist immer noch schwer traumatisiert und vertraut niemandem, außer ihrer Mutter und ihrem Freund Wesley.

Jenna macht sich an die Arbeit, auch wenn sie weiß, dass sie den Fall unmöglich lösen kann. Durch ihre angenehme, nicht aufdringliche Art, bringt sie die Leute im Dorf zum Reden. Jenna quartiert sich in einem Ferienhaus im Wald ein – und es stellt sich bald schnell heraus, das die Einsamkeit und die doch etwas gruselige Umgebung keine gute Idee war.

Durch Jennas Recherche und die Unterstützung durch den Polizisten Dale, der auf Cold Cases spezialisiert ist, kommen immer mehr Geheimnisse ans Licht, die die Kinder von Eltern bezahlen lässt, was vor langer Zeit in einem anderem Land begonnen hat.

Fazit

Alles dabei: Grusel, Geheimnisse, ein Drogenring, Liebe, Abhängigkeit, vielschichtige Figuren und ein Ende, mit dem man so nicht gerechnet hat. Wer dem Podcastaufhänger nicht zu viel Raum einräumt (mich nervt so was ungemein), der hat hier einen Thriller vor sich, der die Spannung hält und den Täter nicht gleich präsentiert. Manche Seitenaspekt sind schön, aber nicht wirklich nötig, wie die Eheprobleme von Jenna. Ein solider Thriller a la Claire Douglas.

Claire Douglas: Girls Night aus dem Englischen von Ivana Marinovic, 416 Seiten, Penguin, 16 Euro, ISBN 978-3-328-11037-8

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