Vom Alten Land nach St.-Peter-Ording

Was habe ich die Fälle von Kommissar Gabriele Berlotti im Alten Land geliebt. Im zweiten Teil Mord zur Apfelblüte gabs diesen unfassbaren Cliffhanger und dann flattert einfach eine neue Reihe in mein Postfach, Start eines St.-Peter-Urding-Krimis: Marconi und der tote Krabbenfischer. Damit hat mich der Autor Daniele Palu echt überrascht.

Jetzt kommt also Massimo Marconi daher – aus München, Mordkommission. Er zieht mehr oder weniger unfreiwillig an die Nordsee. Sein Bruder ist gestorben und er übernimmt die Vormundschaft für dessen Kinder Klara und Stefano. Einen neuen Job hat er auch, bei der örtlichen Polizei – ein doch recht ruhiger Job, geht es darum Verkehrsunfälle aufzunehmen oder einen Streit unter Nachbarn zu schlichten… bis ein Krabbenfischer tot aufgefunden wird. Allerdings kann Marconi erstmal nichts weiter tun, als den Tatort absichern und auf die Kollegen der Mordkommission aus Flensburg zu warten, dabei brennt es ihm unter den Nägeln. Zudem scheinen ihm die Kollegen zu langsam zu sein. Und natürlich geht es mit ihm durch… er ermittelt auf eigene Faust mit Hilfe seiner beiden neuen Kollegen.

Wer hat den Krabbenfischer auf dem Gewissen? Der Elektrofischer und Konkurrent des Toten Henning Voss? Eine Umweltschutzorganisation, die die Schleppnetzfischerei verbieten will? Und was hat das alles mit dem mysteriösen Fischsterben und den merkwürdigen Löchern im Watt zu tun? Je näher Marconi des Rätsels Lösung kommt, desto gefährlicher wird es für ihn und seine neue Familie.

Fazit

Nach dem ersten Schock, dass hier eine neue Reihe vorliegt, hab ich mich zurückgelehnt und den Krimi mehr als genossen. Marconi hat viele Seiten, die Berlotti nicht hat und doch sind sie Typen zum „verlieben“. Kantig, eigenbrödlerisch mit eine Brise italienischem Charme und großem Familiensinn. Ein großartiger Krimi-Lese-Spaß und eine leise Liebeserklärung an St.-Peter-Ording.

Daniele Palu: Marconi und der tote Krabbenfischer, 400 Seiten, Rowohlt, 13 Euro, ISBN 978-3-499-01225-9

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