Schwedens Starautorin Lina Bengtsdotter hat Lagorna bereits 2022 veröffentlicht, endlich ist die Übersetzung auch bei uns zu haben: Flammenschwestern.
Es ist eine Geschichte, die es in sich hat – groß und facettenreich ausgestaltet. Katja und Vega sind beste Freundinnen. Beide leben auf dem Land in dem kleinen Dorf Silverbro. Katjas Familie ist zerrüttet. Die Eltern sind ständig im Streit, die Mutter trinkt, der älteste Bruder Simon ist ein fieser Typ, es fehlt an Geld und Katjas Tante Sofia ist vor Jahren verschwunden. Niemand hat den Fall aufklären können und die Spekulationen um Sofias Verschwinden sind ein omnipräsentes Thema.

Doch ein Tag im letzten Schuljahr reißt die beiden Freundinnen auseinander, beide schwören, niemals etwas zu erzählen. Vega zieht nach London und Katja bleibt in Silverbro. Ein verzweifelter Anruf von Katja zwingt Vega jetzt in ihr Heimatdorf zurück, doch von Katja fehlt jede Spur. Vega muss sie finden, denn ihr Geheimnis darf nicht ans Licht kommen.
Fazit
Lina Bengtsdotter schafft es in ihrem Romanen immer wieder den Plot in eine Gesellschaftskritik zu packen. Schweden, wie die wenigsten es kennen: Armut auf dem Land, eine einzelne Fabrik in der die Menschen schuften müssen, Alkoholismus und Drogen, Perspektivlosigkeit. Dann aber wieder das Gefühl von Heimat, Natur und Verbundenheit. Die Suche nach Katja wird zur Suche nach Sofia, deren Verschwinden endlich aufgeklärt wird und ein anderes Geheimnis schwelt an der Oberfläche… wird es rauskommen oder für immer vergessen werden? Und die ist Angst vor Simon berechtigt? Von mir gibts das Prädikat: Absolute Leseempfehlung!
Lina Bengtsdotter: Flammenschwestern, aus dem Schwedischen von Sabine Thiele, 352 Seite, Penguin, 16 Euro, ISBN 978-3-328-10863-4