Lange haben wir nichts mehr von Sabine Kuegler gehört. Nach Dschungelkind ist es ruhig geworden – zumindest in der breiten Wahrnehmung. Sabine Kuegler, geboren in Nepal, aufgewachsen bei den Fayu in Westpapua, Abitur in der Schweiz, sie erlebt einen der härtesten Cultureclashs. Kann ein Mensch zwischen diesen zwei so unterschiedlichen Kulturen glücklich werden und sind diese zwei Leben überhaupt miteinander vereinbar?

Sabine Kuegler wird auf einer ihrer Reisen krank. Sie nimmt einen Parasiten mit nach Hause, der ihren Körper immer mehr angreift und schwächt. Die Ärzte in Europa können nicht mehr für sie tun und sie fasst einen mutigen Entschluss: Anstatt sich dem Tod zu ergeben, reist sie zurück in den Dschungel, in der Hoffnung Heilung zu finden. Zurück lässt sie ihre 4 Kinder. Darüber erzählt sie in ihrem neuen Buch: Ich schwimme nicht mehr da, wo die Krokodile sind.
Es wird ein langes Abendteuer mit vielen Wundern, eindringlichen Begegnungen und auch einer Reise zu sich selbst.
Fazit
Was für eine Geschichte! Sabine Kuegler nimmt uns mit in eine Welt, die für sie so selbstverständlich ist und uns so fremd. Auf ihrer Suche nach einem Heilmittel im Dschungel lebt sie bei verschiedenen Stämmen im Urwald von Papua-Neuguinea und den Salomon-Inseln. Sie entkommt knappt einer Flut, erlebt den Tod, das geordnete Leben in einer Gemeinschaft, Weisheit, Güte, bekannte Rituale und längst verloren geglaubte Instinkte erwachen zum Leben.
Sabine Kuegler findet Heilung im doppelten Sinn. Die Krankheit ist besiegt und sie scheint mit ihrer inneren Zerrissenheit Frieden geschlossen zu haben.
Sabine Kuegler: Ich schwimme nicht mehr da, wo die Krokodile sind, 298 Seiten, Westend-Verlag, 24 Euro, ISBN 978-386489-427-5