Also ich kannte den Begriff bis dato noch nicht. Phrogger – Menschen, die im Keller oder auf dem Dachboden fremder Häuser leben, sich an Lebensmitteln der Bewohner bedienen, ohne, dass diese es merken, das Badezimmer benutzen oder auch im Wohnzimmer Fernsehen… wenn niemand zu Hause ist. Der Kick: sie könnten jederzeit entdeckt werden.

Um Phrogger geht es auch im aktuellen Thriller von Linus Geschke: Die Verborgenen. Scheinbar hat Familie Hoffmann alles, was man sich nur wünschen kann. Eine Tochter im Teenageralter, ein großes Haus direkt an der Küste – alles in allem ein sorgenfreies Leben. Doch der Schein trügt, wie so oft. Sven Hoffmann ist nicht glücklich. Er mag das platte Land nicht, ist eher ein Stadtmensch. Aber als Tochter Tabea unterwegs war, fügt er sich seiner Frau Franziska und deren Eltern. Sein Schwiegervater kümmert sich auch um einen Job für Sven. Er wird Fernsehjournalist für lokale Nachrichten.
Für Franziska ist die Welt in Ordnung. Ein Halbtagsjob, Mutter und Ehefrau erfüllen sie. Doch auch sie merkt, das ihre Welt langsam zu bröckeln beginnt.
Und dann geschehen im Haus seltsame Dinge. Fußspuren im Keller, halbleere Limonadenkästen, Gegenstände verschwinden und tauchen an seltsamen Stellen wieder auf… Die Eheleute beginnen sich selbst zu beschuldigen – will Sven Franziska etwa in den Wahnsinn treiben?
Fazit
Die Vorstellung von Fremden im Haus lässt mich nicht mehr los – ein Horror! Auch ich mag es nicht besonders in den Keller zu gehen. Der Thriller ist fast unblutig, hat viele Turns und Spannungsbögen und hält einen grandios bei Laune. Besonders schön: die Geschichte wird aus den Perspektiven der beteiligen Personen erzählt. So taucht man in deren Gedankenwelten ein und irgendwie will man das Chaos verhindern, das seinen Lauf nimmt. Naja, und irgendwie eben auch nicht. Eine wunderbare Spannungslektüre!
Linus Geschke: Die Verborgenen, Piper, 368 Seiten, 17 Euro, ISBN 978-3-492-06479-8