Ben Neven ist gefallen

Jan Costin Wagner hat eine Reihe geschaffen, die kontroverser nicht sein könnte. Jetzt ist Band 3 der Ben-Neven-Reihe Einer von den Guten erschienen und wer im letzten Teil noch Hoffnung hatte, der wird auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Schonungslos!

Ben Neven, Kriminalermittler und Familienvater, hat gerade einen Pädophilen-Ring ausgehoben und gilt in der Öffentlichkeit als Held und als guter Polizist. Was niemand weiß: er führt ein Doppelleben, denn Neven fühlt sich selbst zu minderjährigen Jungen hingezogen. Seit Kurzem fährt er wöchentlich auf einen Parkplatz – weit weg von zu Hause – und trifft dort Adrian, einen Jungen, der von seinem Vater zur Prostitution gezwungen wird. Neven ist seiner Neigung erlegen.

Und es wird gefährlich für ihn, als seine Kollegen an just diesem Parkplatz ermitteln. Und er trifft eine folgenschwere Entscheidung, als er sich seinem besten Freund und Mentor Landmann offenbart.

Auch Adrian sucht einen Ausweg. Dabei hilft ihm Vera, ein Mädchen, dass er im Schwimmbad kennenlernt. Und beide Welten – Nevens und Adrians – überschneiden sich.

Fazit

Wieder einmal bin ich hin und her gerissen. Das Thema ist so schrecklich, dass es eigentlich unaussprechlich ist. Doch Jan Costin Wagner spricht es aus – in einer klaren, knappen Sprache. Und dass mit einer fast hypnotischen Sogwirkung. Man will immer mehr von Ben Neven, man mag ihn, man hasst ihn, ist hin und her gebeutelt zwischen den Emotionen. Empfehle ich das Buch – schüttelt mein Gegenüber den Kopf „Ne, das ist nichts für mich“ – und ich überlege, ob sie die Reihe doch heimlich lesen… Ich bewundere den Mut Jan Costin Wagners.

Jan Costin Wagner: Einer von den Guten, Galiani Berlin, 208 Seiten, 23 Euro, ISBN 978-3-86971-260-4

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