Die engelsgleiche Mörderin

Martha Marek, geb. Löwenstein wurde im Oktober 1897 in Wien geboren. Sie ging als Wiens bekanntestes Serienmörderin – gleich nach der Blutgräfin Elisabeth Báthory-Nádasdy – in die Geschichte ein.

Die Autorin Sophie Reyer hat sich von Marthas Geschichte für ihren Roman Clara und ihre Morde inspirieren lassen und versucht sich auch an einer Erklärung.

Wien, 1909: In der Villa gegenüber zieht das junge Ehepaar Egon und Clara Löwenstein mit ihren beiden Kindern Josef und Mariechen. Der Gelehrte Johann Glücksstein sieht das alles vom Fenster aus und ist seit der ersten Sekunde fasziniert von der schönen Clara. Sie ist engelsgleich…

Johann – vor kurzem ist sein Vater gestorben – freundet sich mit Josef an, der ein wenig orientierungslos ist, weil seine Familie so häufig umzieht. Und nach kurzer Zeit geschieht ein schrecklicher Unfall. Egon verliert beim Holzhaken ein Bein. Johann findet den Schwerverletzten und verständigt die Rettung.

Egon scheint sich von diesem Schrecken nicht mehr zu erholen, er trinkt und vegetiert nur noch vor sich hin und ab und zu lässt er eine Spitze Bemerkung zu einer abgeschlossenen Unfallversicherung fallen, die nicht bezahlen will. Da nun der Hauptverdiener der Familie außer Gefecht gesetzt ist, muss die schöne Clara Geld verdienen… und der verliebte Johann gibt ihr einen Job in seinem Haushalt… bald nähern sich die beiden an.

Fazit

Ein gut gelungener Roman über eine Geschichte, die das Leben so nicht schreiben kann, dachte ich, bis ich Martha Marek gegoogelt habe. Zum Glück hat Reyer das Ende etwas modifiziert – es ist nicht ganz so dramatisch, wie die Realität. Die Geschichte wird immer wieder durch Rückblicke in „Früher“ unterbrochen, kleine Abschnitte, in denen Reyer versucht eine Erklärung für die schrecklichen Taten der Serienmörderin zu finden. Schön beschrieben sind die vielen Gesichter des „Engels“ – mit denen sie ihre Härte und Grausamkeit zu verschleiern versucht. Man kommt einfach nicht an Clara ran – auch als Leser nicht, dafür liebt man um so mehr den stillen Johann und den verzweifelten Josef. Eine Roman für dunkel Stunden!

Sophie Reyer: Clara und ihre Morde, emons, 12 Euro, ISBN 978-3-7408-1245-4

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