Der Zweifel an der Mutterschaft

Seit Blythe auf dem College ist, läuft ihr Leben wie am Schnürchen. Sie verliebt sich in Fox, er wird Architekt und sie will Schriftstellerin werden und versucht sich an Kurzgeschichten. Die beiden heiraten und alles scheint perfekt, bis Blythe schwanger wird.

Blythe ist von Ängsten geplagt. Sie selbst wurde von ihre Mutter als Teenager verlassen und ihre Großmutter hatte sich schon mit 35 das Leben genommen. Kann sie mit so einer Vorgeschichte in ihrer Familie eine gute Mutter sein?

Dann wird Violet geboren und ab dem ersten Moment spürt Blythe eine tiefe Ablehnung des Babys… wahrscheinlich nur der erste Mutterblues? Eine Kindbettdepression? Die Erschöpfung? Aber tatsächlich verhält sich Violet ihrer Mutter gegenüber abweisend, kalt und böse, während sie ihren Vater vergöttert.

Violet wird unberechenbar – oder spielt Blythes Psyche einen bösen Streich?

Fazit

Der Verdacht ist ein großartiges Debüt der kanadischen Autorin Ashley Audrain!

Ein spannender Thriller, der gleichzeitig ein Tabu bricht: Ist Mutterschaft immer das größte Glück der Erde? Schlaflose Nächte, zerkaute Brustwarzen, Windeln wechseln, ein aus der Form geratener Körper, die totale Selbstaufgabe als Frau hin zur Mutter… ständige Selbstzweifel, ob man alles richtig macht und das Gefühl, damit vollkommen allein zu sein, weil keine Mutter damit an die Öffentlichkeit geht. Denn ein Lächeln des Babys entschädigt ja für alles.

Blythe zweifelt an sich und an Violet und genauso geht es uns. Ohne den letzten Satz in diesem Buch, hätte mich meine eigene Moralvorstellung getäuscht (bitte nicht vorher lesen).

Ashley Audrain: Der Verdacht, aus dem Englischen von Ulrike Wasser und Klaus Timmermann, Penguin, 22 Euro, ISBN 978-3-328-60144-9

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